PARKINSON PRÄVENTIONSZENTRUM KIEL

Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit – und sie betrifft immer mehr Menschen.
Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Forschung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Daraus ergeben sich zwei große Chancen, um der Parkinson-Krankheit wirksam zu begegnen:

Prävention und Früherkennung

Wissen und frühzeitige Intervention sind der Schlüssel, um die Lebensqualität von Menschen zu verbessern.
Dies gilt sowohl für Menschen, die mit der Parkinson-Krankheit leben, als auch für die, die ein Risiko haben, diese Krankheit zu entwickeln.

Prävention

Immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass jeder Mensch selbst etwas tun kann, um das Risiko für die Entwicklung einer Parkinson-Krankheit zu senken oder den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.

In den letzten Jahren konnten zahlreiche Faktoren identifiziert werden, die entweder zur Entstehung der Parkinson-Krankheit beitragen (Risikofaktoren) oder schützend wirken (protektive Faktoren). Besonders wichtig sind hierbei Elemente unseres Lebensstils: regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung können unser Nervensystem schützen und so das Risiko für eine Parkinson-Krankheit effektiv senken. Aber auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle – etwa bestimmte Pestizide, Lösungsmittel, etc., ebenso wie Luftverschmutzung und Klimawandel.

Das Wichtigste: Studien zeigen, dass es nie zu spät ist, mit präventiven Maßnahmen zu beginnen. Selbst in späteren Phasen der Erkrankung können Lebensstil- Veränderungen im Alltag dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern.

Früherkennung

Von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Parkinson-Krankheit  ist die in den letzten Jahren gewachsene Erkenntnis, dass den typischen, zur Diagnose führenden klinischen Symptomen eine jahrelange Phase vorangeht, in der eine Schädigung der Nervenzellen (neurodegenerativer Prozess) bereits voranschreitet. Diese sogenannte Prodromalphase kann Jahre bis Jahrzehnte andauern und bereits durch verschiedene Symptome gekennzeichnet sein, die als Ausdruck des voranschreitenden neurodegenerativen Prozesses zu verstehen sind.

Ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung, noch bevor im Alltag relevant beeinträchtigende Symptome auftreten, kann genutzt werden, um frühzeitig zu behandeln: in Zukunft nach aktueller Studienlage gezielt medikamentös und bereits jetzt nicht-medikamentös, im Besonderen durch Änderungen des Lebensstils.

Ziele: Unser Zentrum für Prävention und Früherkennung hat sich folgende Ziele gesetzt, um diese beiden großen Chancen zu nutzen:

  • Verkürzung einer oft langen und belastenden Phase der Diagnosefindung und damit eine frühere Einleitung spezifischer Maßnahmen zur Symptomlinderung und Stärkung von Kompensationsmechanismen. Zentral für die diagnostische und beratende Arbeit ist dabei unsere Ambulanz für Früherkennung Parkinson
  • Etablierung von klinischen und Labor-basierten Biomarkern, um die Parkinson-Krankheit frühzeitig zu erkennen
  • Nutzung einer früheren Diagnose für die frühzeitige Umsetzung präventiver Maßnahmen, also Lebensstil-Veränderungen, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen
  • Aufklärung sowohl von Betroffenen wie auch Gesunden bei der Wahl präventiver Maßnahmen und Unterstützung bei der Umsetzung
  • Identifikation und Prüfung medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapien, um die Progression des neurodegenerativen Prozesses zu verlangsamen oder aufzuhalten
  • Erarbeitung und Verbreitung eines ethisch vertretbaren Umgangs mit dem Thema Früherkennung neurodegenerativer Erkrankung
Nach oben scrollen