BIOMARKER-STUDIEN

Eine der größten Herausforderungen bei der Parkinson-Krankheit ist die frühzeitige und präzise Diagnose. Bis heute wird die Erkrankung in erster Linie klinisch diagnostiziert – das heißt, dass Ärzt:innen sich vor allem auf die körperliche Untersuchung und die Beschreibung der Symptome durch Betroffene stützen. Objektive biologische Messwerte, sogenannte Biomarker, die die Diagnose sichern, den Krankheitsverlauf abbilden oder verschiedene Unterformen der Erkrankung voneinander unterscheiden könnten, fehlen bislang weitgehend im klinischen Alltag.

Genau hier setzt unsere Forschung an. Wir führen eine Reihe von Biomarker-Studien durch, die darauf abzielen, messbare Veränderungen im Körper zu identifizieren, die mit der Parkinson-Erkrankung in Zusammenhang stehen. Solche Biomarker können in verschiedenen Körperflüssigkeiten nachgewiesen werden – etwa im Blut, im Nervenwasser oder im Urin – und liefern wichtige Hinweise darauf, was im Körper auf molekularer Ebene geschieht, noch bevor Symptome sichtbar werden oder sich verschlimmern. Unser besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Frage, ob sich mithilfe von Biomarkern verschiedene Subtypen der Parkinson-Krankheit besser voneinander abgrenzen lassen.

  • Blut-basierte Biomarker:
    Es ist bekannt, dass die Anreicherung eines bestimmten Eiweißes (Proteins), des sogenannten Alpha-Synucleins, mit der Entstehung und Ausbreitung der Parkinson-Krankheit assoziiert ist. Bislang ist es jedoch noch nicht gelungen, Alpha-Synuclein auch im Blut nachzuweisen. Mithilfe einer neuen Technik zur Detektion des Alpha-Synucleins möchten wir im Rahmen verschiedener Studien überprüfen, ob wir Unterschiede in der Messung von Alpha-Synuclein im Blut und Nervenwasser von Menschen mit Parkinsonsyndrom (Parkinson-Krankheit oder atypisches Parkinson-Syndrom) im Vergleich zu gesunden Kontrollproband:innen entdecken können. Darüber hinaus untersuchen wir weitere Parameter im Blut oder Nervenwasser, die möglicherweise mit verschiedenen Subtypen der Erkrankung und nicht-motorischen (z.B. kognitiven) Symptomen assoziiert sind.

  • Haut-basierte Biomarker:
    Veränderungen im Körpergeruch könnten ein bislang unterschätztes Frühzeichen der Parkinson-Krankheit sein. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sich im Talg der Haut – dem sogenannten Sebum – bestimmte biochemische Marker des Stoffwechsels nachweisen lassen, die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen (sogenannte Metabolom-Analysen). Auch könnte eine Veränderung des Mikrobioms auf der Haut dazu beitragen. Gemeinsam mit dem Institut für Humanernährung der CAU Kiel und dem Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB Kiel) untersuchen   wir, ob Veränderungen im Metabolom und Mikrobiom der Haut detektierbar sind und inwiefern sie mit Verlauf und Symptomen der Parkinson-Krankheit assoziiert sind. Da solche Veränderungen möglicherweise bereits in einem sehr frühen Krankheitsstadium auftreten, könnte die Haut künftig als zugängliche und einfache Quelle für Früherkennungsmarker dienen.

  • Darm-basierte Biomarker:
    Näheres zu unseren Darmbiopsie-Studien finden Sie unter dem Reiter Mikrobiom-Darm-Gehirn-Achse.

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