KOHORTEN- UND INTERVENTIONSSTUDIEN
Medizinische Forschung folgt oft einem logischen Zweitschritt: Zunächst muss verstanden werden, welche Faktoren eine Erkrankung begünstigen oder vorantreiben – erst dann kann gezielt eingegriffen werden.
Diesem Prinzip folgen auch wir. In sogenannten Kohortenstudien begleiten wir größere Gruppen von Menschen über einen längeren Zeitraum und beobachten systematisch, welche biologischen, genetischen oder lebensstilbezogenen Merkmale mit der Entstehung oder dem Verlauf der Parkinson-Krankheit in Zusammenhang stehen. So lassen sich Risikofaktoren identifizieren und in ihrer Bedeutung einordnen – also die Frage beantworten: Wer erkrankt warum, und wann?
Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für Interventionsstudien. Hier werden konkrete Maßnahmen – etwa veränderte Ernährungsweisen, körperliche Trainingsprogramme oder neue Medikamente – auf ihre Wirksamkeit geprüft. Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie sich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, Symptome lindern oder im besten Fall der Ausbruch der Krankheit sogar verzögert werden kann.
- Kohortenstudien:
PASS PD: Ziel der PASS-PD-Studie ist es, Menschen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Parkinson-Krankheit zu identifizieren und im Rahmen einer prospektiven Studie über zehn Jahre hinweg zu begleiten. Ein besonderer Fokus dieser Studie liegt zudem auf einem ethischen Umgang mit dem Thema Früherkennung, unter besonderer Berücksichtigung des Rechts auf Nichtwissen.
- Interventionsstudien:
– Nicht-medikamentöse Interventionsstudien:
Prevention-in-PD Studie (gefördert von der Parkinsonstiftung):
Obwohl es heute wirksame Therapien gibt, die Parkinson-Symptome lindern, existiert bislang keine Behandlung, die das Fortschreiten der Erkrankung selbst aufhalten kann. Studien zeigen jedoch, dass bestimmte Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung, kognitive Aktivierung und Schlaf einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben können. Ein strukturiertes Programm, das all diese Ansätze bündelt, fehlt jedoch bislang.
Genau das wollen wir mit der Prevention-in-PD Studie entwickeln und testen: ein kombiniertes Lebensstilprogramm, das körperliches und kognitives Training, gesunde Ernährung und erholsamen Schlaf in einem ganzheitlichen Konzept vereint. Wir möchten herausfinden, ob ein solches Programm von Menschen mit Parkinson-Krankheit oder REM-Schlaf-Verhaltensstörung gut angenommen wird – und erste Hinweise gewinnen, ob es Symptome und Krankheitsmechanismen positiv beeinflussen kann.
– Medikamentöse Interventionsstudien:
Darüber hinaus bieten wir an unserem Zentrum die Möglichkeit einer Studienteilnahme an medikamentösen Interventionsstudien für Menschen mit Parkinson-Krankheit an. Bei Interesse an medikamentösen Studien kontaktieren Sie gerne unser Studienzentrum: 0431- 500 23989, studiensekretariat.neurologie.kiel@uksh.de
In allen Bereichen achten wir besonders darauf, Ihren Wunsch nach Wissen zu berücksichtigen und gehen mit Ihnen schrittweise mögliche Untersuchungs- und Studienoptionen durch.
