ZIELE

Prävention:

Immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass jeder Mensch selbst etwas tun kann, um das Risiko für die Entwicklung einer Parkinson-Krankheit zu senken oder den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen. In den letzten Jahren konnten zahlreiche Faktoren identifiziert werden, die entweder zur Entstehung der Parkinson-Krankheit beitragen (Risikofaktoren) oder schützend wirken (protektive Faktoren). Besonders wichtig sind hierbei Elemente unseres Lebensstils: regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung können unser Nervensystem schützen und so das Risiko für eine Parkinson-Krankheit effektiv senken. Aber auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle – etwa bestimmte Pestizide, die als Risikofaktoren diskutiert werden.

Das Wichtigste: Studien zeigen, dass es nie zu spät ist, mit präventiven Maßnahmen zu beginnen. Selbst in späteren Phasen der Erkrankung können Lebensstil- Veränderungen im Alltag dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern.

Früherkennung:

Von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Parkinsonerkrankung  ist die in den letzten Jahren gewachsene Erkenntnis, dass den typischen, zur Diagnose führenden klinischen Symptomen eine jahrelange Phase vorangeht, in der ein neurodegenerativer Prozess bereits voranschreitet. Diese sogenannte Prodromalphase kann Jahre bis Jahrzehnte andauern und bereits durch verschiedene Symptome gekennzeichnet sein, die als Ausdruck des voranschreitenden neurodegenerativen Prozesses zu verstehen sind. Ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung, noch bevor im Alltag relevant beeinträchtigende Symptome auftreten, kann genutzt werden, um frühzeitig zu behandeln: in Zukunft hoffentlich medikamentös und bereits jetzt nicht-medikamentös, im Besonderen durch Änderung des Lebensstils.

Unser Zentrum für Prävention und Früherkennung hat sich folgende Ziele gesetzt, um dies beiden großen Chancen zu nutzen:

  • Die Verkürzung einer oft langen und belastenden Phase der Diagnosefindung und damit eine frühere Einleitung spezifischer Therapien zur Symptomlinderung und Stärkung von Kompensationsmechanismen. Zentraler Bestandteil dieser Arbeit ist dabei unsere Ambulanz für Früherkennung Parkinson.
  • Die Etablierung von klinischen und sogenannten Biomarkern, um die Parkinson-Krankheit frühzeitig zu erkennen
  • Die Nutzung einer früheren Diagnose um frühzeitig präventive Maßnahmen zu nutzen, also Lebensstil-Veränderungen anzuwenden, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen
  • Aufklärung von Betroffenen, aber auch Gesunden oder Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Parkinson-Krankheit, welche präventiven Maßnahmen genutzt werden können und Unterstützung bei der Umsetzung.
  • Die Identifikation und Prüfung medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapien, um die Progression des neurodegenerativen Prozesses zu verlangsamen oder aufzuhalten
  • Die Erarbeitung und Verbreitung eines ethisch vertretbaren und menschlich angebrachten Umgangs mit dem Thema Früherkennung neurodegenerativer Erkrankung

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